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Beschlussvorschlag:

Der Oberbürgermeister der Hanse- und Universitätsstadt Rostock wird beauftragt, zur Bürgerschaftssitzung am 20.01.2021 Handlungsvorschläge zu unterbreiten, wie der Aktionsplan der EU zur Bekämpfung der Lebensmittelverschwendung bestmöglichst unterstützt werden kann.

 

Hierzu werden Erfahrungen anderer europäischer Städte vergleichbarer Größe sowie die Aktivitäten der in Rostock bereits existierenden Community foodsharing.de berücksichtigt.

 

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Sachverhalt:

Jedes Jahr landen rund 13 Millionen Tonnen Lebensmittel im Abfall. Dabei wird nicht nur das Lebensmittel an sich weggeworfen, sondern auch die Ressourcen die z.B. in Anbau, Ernte, Verpackung, Transport und Lagerung geflossen sind. Durch die Lebensmittelverschwendung entstehen pro Kopf und Jahr knapp eine halbe Tonne Treibhausgase. Dies entspricht circa 4 % der jährlichen Gesamtemissionen von Deutschland.

 

Deutschland hat sich zu den UN-Nachhaltigkeitszielen verpflichtet. Der Aktionsplan der EU zur Bekämpfung der Lebensmittelverschwendung legt fest, die Lebensmittelverschwendung im Einzelhandel, in der Gastronomie und in den Haushalten pro Kopf bis 2030 zu halbieren und die Lebensmittelverluste entlang der Produktions- und Lieferkette zu verringern. Rechtliche Bedingungen müssten so angepasst werden, dass eine Weitergabe von Lebensmitteln vereinfacht wird. Langfristig sind rechtliche Bedingungen für Supermärkte mit aussortierten Lebensmitteln erforderlich, sodass eine Weitergabe von Lebensmitteln vereinfacht wird.

 

Initiativen wie „Foodsharing“ können dabei helfen auf das Thema der Lebensmittelverschwendung aufmerksam zu machen und die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. „Foodsharing“ ist eine 2012 entstandene Initiative gegen die Lebensmittelverschwendung, mit dem Ziel Lebensmittel zu retten und zu teilen anstatt sie wegzuwerfen. Über 200.000 registrierte NutzerInnen in Deutschland/Österreich/Schweiz, und über 25.000 Freiwillige, sogenannte Foodsaver, machen diese Initiative zu einer internationalen Bewegung. Es kooperieren über 3.000 Betriebe, bei denen bisher schon 7,8 Millionen Kilogramm Lebensmittel vor der Verschwendung bewahrt worden sind. Täglich finden etwa 1.000 weitere Abholungen statt.

Ehrenamtliche Foodsaver holen aussortierte oder übriggebliebene Lebensmittel bei Lebensmittelunternehmen ab und bringen diese an öffentlich zugängliche Kühlschränke oder Boxen, sogenannte Fair-Teilern, an denen sich jeder kostenfrei bedienen kann. Fair-Teiler können auf privatem Grund und Boden, in Vereinsräumen, einer Universität, einem Café oder einem Geschäft stehen.

 

In der Hanse- und Universitätsstadt Rostock ist die Foodsharing-Community seit 2015 aktiv und zählt inzwischen über 160 ehrenamtlich organisierte Foodsaver (LebensmittelretterInnen). Die größte Herausforderung, seit Corona extrem verschärft, besteht im Finden und Betreiben der Fairteiler. Hier ist ein dringender Bedarf angezeigt, um auch die Betriebskooperationen ausbauen zu können.

 

Es ist zu prüfen, welchen Beitrag die HRO als Foodsharing-Stadt zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung in Rostock beiträgt. Eine Option ist die Unterzeichnung einer Motivationserklärung durch die Stadt Rostock und die Rostocker Foodsharing-Initiative.

Mit Unterzeichnung dieser Vereinbarung setzt sich Rostock zum Ziel, eine höhere Wertschätzung von Lebensmitteln sowie eine Reduktion der Lebensmittelverschwendung zu erreichen. Dadurch soll die Stadt zu einem umweltfreundlicheren und lebenswerteren Ort für alle gestaltet werden und ein Beitrag zur Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele geleistet werden.

 

Daher erklärt sich Rostock dazu bereit:

- die Lebensmittelwertschätzung in der Stadt zu verankern

-für die Problematik der Lebensmittelverschwendung zu sensibilisieren und einen nachhaltigen und bewussten Umgang mit Lebensmitteln zu fördern

- über die Fortschritte öffentlich Auskunft zu geben

-die Zusammenarbeit von zivilgesellschaftlichen und politischen Akteur*innen auszubauen und gezielt zu nutzen, um einen gesamtgesellschaftlichen Wandel in der Wahrnehmung von Lebensmitteln zu erreichen.

 

Bei Veranstaltungen mit Catering, von der Stadtverwaltung oder den kommunalen Eigenbetrieben beauftragt, soll geprüft werden, wie übrig gebliebene Lebensmittel sinnvoll gerettet werden können. Bei der Vergabe an Dritte wird dafür im Vorfeld ein Verfahrensweg erörtert. Der aktive Austausch mit der Foodsharing Gemeinschaft Rostock bildet hierfür eine mögliche Grundlage.

 

Finanzielle Auswirkungen:

liegen nicht vor

 

 

Uwe Flachsmeyer      Eva-Maria Kröger

Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN    Fraktion DIE LINKE.PARTEI

 

 

 

Dr. Steffen Wandschneider-Kastell

Fraktion der SPD

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Anlagen:

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