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Vorlage - 2017/AN/3097  

 
 
Betreff: Thomas Jäger (NPD)
Prüfauftrag: Benennung einer Straße oder eines Weges nach Gerhard Barg
Status:öffentlichVorlage-Art:Antrag
Federführend:Sitzungsdienst Beteiligt:Büro der Präsidentin der Bürgerschaft
Beratungsfolge:
Bürgerschaft Entscheidung
11.10.2017 
Sitzung der Bürgerschaft abgelehnt   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

Die Bürgerschaft der Hanse- und Universitätsstadt Rostock fordert die Verwaltung auf, näher zu prüfen, ob in einem der Wohngebiete, die in den nächsten zehn Jahren auf Rostocker Gebiet entstehen, eine Straße oder ein Weg nach Gerhard Barg (1858 – 1926) benannt werden kann.

 


Sachverhalt:

Er prägte den Rostocker Schiffbau über mehr als ein Vierteljahrhundert. Gerhard Barg, am 17. Juni 1858 in Strasburg (Uckermark) als Sohn des dortigen Kreisrichters geboren, besuchte zunächst die Schulen in Schulpforta bei Naumburg, Insterburg und Elbing, ehe er im Alter von 15 Jahren an die Gewerbe- und Schiffbauschule in Danzig wechselte. Im Anschluß studierte er an der renommierten Technischen Hochschule in Charlottenburg.

 

Während seiner Lehr- und Wanderjahre lernte er gute Adressen kennen. Zunächst als Schiffszimmermann in Newcastle tätig, arbeitete Barg sodann für britische Werften wie John Elder & Co. am Clyde oder als Werftingenieur für Harland & Wolff in Belfast. 1885 kehrte er nach Deutschland zurück. Hier wirkte er auf der Maffai-Werft in München am Bau von Raddampfern für die Binnenschifffahrt mit; seine nächste Station war die Howaldts-Werft in Kiel.

 

1890 begann Gerhard Barg seine Tätigkeit auf der Neptun-Werft in Rostock. Am 2. Januar des darauffolgenden Jahres wurde er im Alter von nur 32 Jahren zum Vorstand des Unternehmens bestellt. Nach kräftigen Investitionen in die Infrastruktur zeichnete das Unternehmen erstmals 1900 Aktien an der Berliner und der Hamburger Börse.

 

Fraglos kamen dem Unternehmen Bargs im Ausland gesammelte Erfahrungen zugute. Die Werft war zum damaligen Zeitpunkt breit aufgestellt. So wurden Aufträge für die Handelsmarine, die Fischereiflotte und die Kriegsmarine abgearbeitet. Außerdem entwickelte und baute die Neptun-Belegschaft Segelyachten; die Auftraggeber waren zumeist in Norddeutschland ansässig. Die Werft verfügte über eine größere Anzahl von Yacht-Konstrukteuren – Barg, selbst leidenschaftlicher Segler und als solcher Mitglied im elitären Großherzoglich-Mecklenburgischen Yacht-Club in Rostock, war sicherlich der bedeutendste.

 

Er zeichnete die Risse für etwa 50 dieser Boote. Insgesamt baute Neptun 88 Segelboote und -yachten sowie acht Motor-Yachten. 


Am 16. Dezember 1926 starb Barg in Rostock (Fakten aus: Wikipedia-Eintrag zu Gerhard Barg; Antje Krause/Hans-Jürgen Mende: Neuer Friedhof Rostock. Bemerkenswerte Grabstätten, Rostock 2012, S. 36).

 

Bargs Name ist untrennbar mit der Geschichte des Rostocker Schiffbaus verbunden. Die Benennung einer Straße oder eines Weges nach Barg erscheint daher angemessen.

 


 

 


gez.

Thomas Jäger