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Wortprotokoll

 

Frau Knitter informiert, dass die MV-Werften in der Vorwoche einen Insolvenzantrag gestellt haben. Ebenfalls hat nun Anfang dieser Woche der Mutterkonzern Genting Insolvenz angemeldet. Es wurde nun durch die Landesregierung Mecklenburg-Vorpom­mern ein Insolvenzverwalter für die MV Werften bestellt, der sich dafür einsetzen wird, dass das im Bau befindliche Kreuzfahrtschiff Global 1 einen Abnehmer findet und fertiggestellt werden kann. Die betroffenen Beschäftigten der Werften haben eine optimistische Zukunftsperspektive und eine bestmögliche Unterstützung seitens der Stadt verdient.

Vor diesem Hintergrund kritisiert Frau Knitter, dass so kurz nach dem Insolvenzantrag jetzt vorzeitig öffentlich darüber gesprochen wird, wie die Flächen am Standort der MV-Werften in Rostock Warnemünde verteilt und verwertet werden könnten.

 

Der Oberbürgermeister legt dar, dass die Verwaltung über diese wiederholte negative Entwicklung am Werftstandort, über den Insolvenzantrag der MV-Werften, auch nicht erfreut ist, allerdings hat sie sich abgezeichnet. Deshalb sollte man es möglicherweise als ein positives Signal sehen, wenn die Stadt hinsichtlich der Nutzung dieser Flächen aktiv reagiert, um dadurch den Beschäftigten in dieser Situation der Existenzbedrohung und des möglicherweise bevorstehenden Wechsels schnellstmöglich zu helfen.

 

Er sieht den eigentlichen Wert der Werften in den Mitarbeitenden am Werftstandort an.
Auf die Tradition des Schiffbaus in Rostock kann man berechtigt mit Stolz blicken, aber dessen Zukunft ist leider unsicher. Nun sollte in der Zeit des Wandels der Industrie- und Energiepolitik verstärkt auf Zukunftstechnologien gesetzt und um starke Neuansiedlungen gekämpft werden.
Die Planungen dürfen nicht zu lange dauern und Gespräche sollten schon jetzt aufge­nommen werden, um gemeinsam ein Cluster der Innovation/nachhaltiger Technologien zu entwickeln und den Industriestandort Rostock zu stärken durch weitere Ansiedlungen, u.a. aus den Bereichen Wasserstoff/Forschung, Energie- und Stahlindustrie; auch das Hafenentwicklungsgebiet hat diesbezüglich Potential.
Die Verwaltung wird sich weiter intensiv für die Entwicklung Rostocks zum Energiehafen von Deutschland und Industriestandort in Mecklenburg-Vorpommern einsetzen.
Diese Zielsetzungen werden viel Kraft benötigen und man wird gemeinsam für die Werften kämpfen.

 

Herr Peters schließt sich der von Frau Knitter zur Flächenthematik/Insolvenz geäußerten Auffassung an und äußert das Bekenntnis, dass die Rostocker Bürgerschaft an der Seite der Mitarbeitenden der MV Werften steht; es ist alles daran zu setzen, dass diese Beschäftigten den Standort Rostock nicht verlassen. Er glaubt noch an die Zukunft der Kreuzfahrtbranche und warnt davor, diese kaputtzureden und als Klimakiller zu bezeichnen; so hat zum Beispiel das Unternehmen AIDA schon viele Anstrengungen zum Klimaschutz unternommen.


 

Frau Dr. Bachmann, Frau Kröger, Herr Eisfeld und Herr Flachsmeyer sprechen sich für die dargelegte Verfahrensweise der Verwaltung aus, die Zukunft in den Beschäftigten zu sehen und diese zu unterstützen und die Flächennutzung zu planen, um den maritimen Wirtschaftsstandort breiter und mit mehreren Investoren nachhaltiger gestalten und sichern zu können.

Frau Kröger informiert weiterhin, dass sich mit der Angelegenheit eine Arbeitsgruppe des Landes M-V beschäftigt, in der man sich intensiv einbringen sollte, damit gemeinsam gute Lösungen erzielt werden können.

 

Herr Eisfeld weist auf den äußerst knappen Zeitfaktor hin, da das Insolvenzgeld für die Beschäftigten nur bis Ende Februar gezahlt wird.

 

Herr Flachsmeyer erinnert außerdem die Folgen der Insolvenz für die Zulieferbetriebe und spricht sich in diesem Zusammenhang ebenfalls für eine Weiterentwicklung des maritimen Industriestandortes aus, zum Beispiel durch Entwicklung nachhaltigerer Schiffsantriebe und anderer ökologischer Konzepte als in der Vergangenheit. Dabei sollte eine enge Zusammenarbeit von Verwaltung, Land und Politik erfolgen.