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Wortprotokoll

Herr Massenthe begrüßt den Wildtiermanager vom Brandschutz- und Rettungsamt sowie Herrn Peters von der unteren Jagdbehörde und erteilt ihnen das Wort:

Herr Peters informiert den Beirat über eine diesjährige, sehr hohe Wildschweinpopulation im Rostocker Nordosten und den damit einhergehenden Schäden an Grünflächen im Stadtgebiet. Ursachen sind das Ausbleiben der Eichelmast sowie das Ausbringen von Glyphosat auf den Äckern rund um Gehlsdorf, sowie der Jagddruck auf die Tiere durch die ansässige Jagdgenossenschaft.

Das Schwarzwild findet durch zahlreiche Obstgehölze und Renaturierungsmaßnahmen in den Wohngebieten reichlich Nahrung und Rückzugsmöglichkeiten.

Maßnahmen zur Reduzierung des Schwarzwildes wie das Auslegen von Vergrämungsmitteln in befriedeten Gebieten (Wohngebiete) sowie die Bejagung außerhalb befriedeter Gebiete führten teilweise zum Erfolg. Eine restlose Bekämpfung ist jedoch nicht möglich. Wichtig ist es, Rückzugsecken in den Wohngebieten durch Pflege und Rückschnitt von Grünflächen und Gehölzen zu vermeiden und zu beseitigen. Hier ist ein enger Kontakt mit dem Amt für Stadtgrün, Naturschutz und Friedhofswesen hergestellt.

Die Wildtiermanager versuchen auch weiterhin mit gezielter Ablenkfütterung die Tiere aus den sensiblen Gebieten herauszuziehen, jedoch gewöhnen sich die Tiere im Laufe der Zeit an die Mittel.

Problematisch ist die eingeschränkte Bejagung. Das Jagdrecht verbietet die Bejagung in Wohngebieten, da diese Methode eine zu große Gefahr für die Allgemeinheit darstellt.

Der Ortsbeirat möchte wissen ob es noch andere Möglichkeiten gibt, das Schwarzwild zu bekämpfen bspw. Maßnahmen, die eine unkontrollierte Fortpflanzung unterbinden.

Eine solche Methode gibt es für Wildschweine bisher nicht. Viele Maßnahmen sind rein rechtlich nicht umsetzbar.

Betroffene Anwohner berichten von Verwüstungen auf den eigenen Grundstücken sowie in Vorgärten. Die beiden Sachverständigen empfehlen Grundstücksbesitzern die Absicherung der eigenen Grundstücke durch bspw. das Errichten von Zäunen, welche mindestens 30 cm in den Boden eingelassen sein müssen sowie die Mülltonnen zu sichern. Der Wildtiermanager berichtet, dass in einigen Stadtgebieten festgestellt wurde, dass Anwohner ihre Gartenabfälle über die Grundstücke einfach auf städtischer Fläche abkippen.  Allein dies lockt die Wildschweine an.

Zudem gilt, Eigentum verpflichtet. Schadensersatzansprüche für Wildtierschäden auf privaten Grundstücken in befriedeten Gebieten gibt es nicht. Die Eigentümer müssen selbst dafür aufkommen.

Der Ortsbeirat berichtet, dass das Schwarzwild mittlerweile schon in den frühen Morgenstunden auf den von Kindern genutzten Schulwegen gesichtet wird. In Verbindung damit wird über die mögliche Gefahr für Schulkinder und anderen Personen diskutiert, die von solchen Begegnungen ausgehen könnte. Bisher sind solche Begegnungen nicht bekannt. Der OBR möchte wissen, ob es einen Verhaltensleitfaden gibt, welcher in Schulen und Kitas verteilt werden könnte um präventiv gefährliche Situationen durch richtiges Verhalten zu vermeiden.

Einen solchen Leitfaden gibt es nicht. Die Wildtiermanager empfehlen bei einer Begegnung mit Wildschweinen die Ruhe zu bewahren, den Tieren einen Fluchtweg zu lassen und sie auf keinen Fall zu füttern. Jeder kann sich über Verhaltensmaßnahmen im Internet belesen. Dort gibt es viele nützliche Tipps und Hinweise.

Sollten Anwohner verendete Tiere auf  eigenen oder öffentlichen Grundstücken vorfinden, ist die Wildtierrettung zu informieren (Tel.: 0381- 381 3747) oder auch die untere Jagdbehörde selbst oder die Feuerwehr. Geht von dem Tier eine Gefahr aus ist auch die Polizei zuständig.