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Auszug - Auswertung der Kriminalstatistik 2018 und Bericht des Kontaktbeamten  

 
 
Sitzung des Ortsbeirates Lütten Klein
TOP: Ö 6.1
Gremium: Ortsbeirat Lütten Klein (5) Beschlussart: (offen)
Datum: Do, 04.04.2019 Status: öffentlich
Zeit: 18:00 - 19:30 Anlass: Sitzung
Raum: Mehrgenerationenhaus SBZ
Ort: Danziger Straße 45d, 18107 Rostock
 
Wortprotokoll

Frau Bolz begrüßt den Revierleiter Stefan Damrath und den Kontaktbeamten Herrn Deußfeld und übergibt das Wort.

Herr Damrath blickt auf die Arbeit des vergangenen Jahres zurück und zieht Bilanz:

Die Zahl der Straftaten ist im Bereich des Stadtgebietes leicht zurück gegangen,
in der Belastung ist Lütten Klein aber im oberen Bereich angesiedelt.
Die Aufklärungsquote ist konstant. ckgänge gab es beim Diebstahl von PKW.

Im Folgenden erläuterte Herr Damrath einige herausragende Sachverhalte im Stadtteil :

Es konnten Tatverdächtige ermittelt werden, die mit den Sprengungen der Fahrkartenautomaten in Verbindung stehen. Diese Personen sind in Untersuchungshaft.

Im S-Bahn-Tunnel gab es Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen. Dabei kam es zu Körperverletzungen. Es wurden Personengruppen festgestellt, gegen diese wird ermittelt.

In einem Fall der angebotenen Hilfestellung über Plakatwerbung werde gegen eine 74-Jährige ermittelt. Diese hat den Betroffenen angeboten, ihre Einkäufe in die Wohnung zu tragen. Anschließend kam es zu Diebstählen. Durch Öffentlichkeitsarbeit gelangen Hinweise an die Polizei, die halfen, den Fall aufzuklären. Die Polizei vermutet eine hohe Dunkelziffer dieser Fälle wer Opfer geworden ist, soll sich bei der Polizei melden.

Die Afd-Demonstrationen im Mai 2018 bedeuteten Einschränkungen für alle Beteiligten, jedoch konnten die Versammlungen ohne große Schadenslage umgesetzt werden. Dabei waren bei circa 1.100 Teilnehmern 520 Beamte im Einsatz.

Herr Damrath berichtet, dass Angriffe auf seine Mitarbeiter im vergangenen Jahr deutlich zugenommen haben. Dabei mussten die Beamten blaue Flecken, Schürfwunden und sogar Knochenbrüche in Kauf nehmen. Es wurde glücklicherweise keiner so schwer verletzt, dass er sichnger krankmelden musste. Es werden sowohl weibliche als auch männliche Kollegen attackiert. Die Polizeibeamten müssen künftig stärker auf ihren Eigenschutz achten.

Im Vergleich zum Vorjahr gab es mit 120 gemeldeten Fällen von häuslicher Gewalt auch hier einen deutlichen Anstieg. Die Beamten müssen sich im Einsatz auf schwierige Situationen einstellen, es ist oft ist Alkohol im Spiel, Kinder und Tiere befinden sich mit in der Wohnung. Meistens sind dann nicht nur zwei, sondern vier oder sogar sechs Beamte vor Ort.
Dabei werden die Beteiligten an häuslicher Gewalt immer älter, die ältesten waren 93 und 96 Jahre alt.

414 Verkehrsunfälle gab es 2018 in Lütten Klein. Im April kam eine Fußngerin bei einem schweren Verkehrsunfall ums Leben, sie wurde von einem Auto angefahren. Der Autofahrer stand unter Alkoholeinfluss. Im August wurde ein Fußnger durch Unaufmerksamkeit von einer Straßenbahn erfasst und schwer verletzt. Einen Fall von Fahrerflucht gab es auch, wobei ein Rollstuhlfahrer einen Fußnger verletzte und weiter fuhr. Er konnte ermittelt werden.

Radfahrer, die sich nicht an rote Ampeln halten, bereiten der Polizei ebenfalls Sorgen. Ein Radfahrer wurde deswegen schwer verletzt.
Verstärkte Kontrollen an den Unfallschwerpunkten St.Petersburger Straße, Osloer Straße und Warnowallee und vor Schulen werden durchgeführt.

Im vergangenen Jahr hatte die Polizei auch mit Kindern und Jugendlichen zu tun, die in Einrichtungen untergebracht sind. Hier gibt es eine steigende Kriminalität. Sie prügeln sich immer wieder mit anderen Jugendlichen. Diebstähle, Sachbeschädigungen und auch Fälle von Brandstiftung stehen mit ihnen in Zusammenhang. Beamte werden bei Einsätzen angegriffen. Diese Probleme kann die Polizei nicht alleinesen, mit dem Jugendamt sollen deshalb verstärkt Fallgespräche geführt werden.

Die Mitarbeiter des Polizeireviers sichern außerdem Einsätze im Bäderdienst (z.B. Turmleuchten) und bei Versammlungen/Demos ab.

Positiv hat Herr Damrath zu berichten, dass es voraussichtlich zum 1. August einen deutlich erhöhten Personalbestand geben wird. Der Altersdurchschnitt unter den Beamten ist durch Neueinstellungen bereits deutlich unter 40 gesunken. Viele neue Mitarbeiter sind weiblich. Das ist durchaus vorteilhaft bei der Entschärfung von Situationen wie häuslicher Gewalt oder beim Umgang mit schwierigen Jugendlichen. Inzwischen werden auch Streifenwagen mit zwei Frauen besetzt, bisher waren Polizistinnen meistens mit einem männlichen Kollegen unterwegs.

Aus der Diskussion:

Frau Bolz:

Wie wirken sich die Kreisel Rigaer Str. auf die Verkehrssituation aus?

Herr Damrath: Wurde noch nicht gemessen, muss noch geprüft werden.

 

Wie sieht es mit Missbrauch von Betäubungsmitteln und Drogen in Lütten Klein aus?

Herr Damrath: Es sind mehr Feststellungen zu verzeichnen, stellt aber in Lütten Klein kein gravierendes Problem dar.

 

Herr Sauter:

Dankt der Polizei für den Einsatz bei den Demonstrationen.

 

Was war die Unfallursache mit einem Radfahrer he Toom Baumarkt im vergangenen Jahr? (betrifft Überlegungen über die Einführung eines Abbiegeassistenten in der Stadtverwaltung)

Herr Damrath: Es ist abschließend noch nicht geklärt, was ursächlich war.

 

Herr Richter:

Im Fischerdorf gibt es Probleme mit Hunden, die ohne Leine laufen.

Ist es möglich, dass die Polizei dort Streifengänge unternimmt?

Herr Damrath: Die Polizei ist in diesem Fall nicht zuständig und wird das Problem an den KOD weiter geben.

 

Frau Hasselberg:

Wie ist die Zusammenarbeit mit den Sichheitsdiensten?

Herr Damrath: Die Polizei arbeitet gut mit den Ladendetektiven zusammen.

Taschenkontrollen und Feststellung der Identität sind nur durch die Polizei möglich oder im Einvernehmen mit der verdächtigen Person.

 

Frau Hasselberg schildert Sicherheitsprobleme durch unbeleuchtete Mountinbikes/Fahrräder im Ortsteil.

Herr Damrath: Die Polizei versucht, durch Kontrollen die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Kontrollbeamte sind aktiv.

 

Frau Weise:

Die Bedarfsampel in der Warnowallee wird auch von Fußngern oft bei Rot überquert.

Kann dort ein Sicherheitssignal bei Straßenbahnquerung eingerichtet werden?

Herr Damrath: Zuständig ist in diesem Fall das Tiefbauamt.

Das Problem sollte beim Ortstermin mit Senator Matthäus im Mai angesprochen werden.