Stellungnahme - 2026/AN/1545-01 (SN)
Grunddaten
- Betreff:
-
Prüfung städtischer Potenzialflächen für zukünftige Wohnbebauung
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlage freigegeben:
- 07.05.2026
- Vorlageart:
- Stellungnahme
- Federführung:
- Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Mobilität
- Fed. Senator/in:
- S 4 - Stadtplanung, Bau, Klimaschutz und Mobilität
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
|
●
Erledigt
|
|
Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss
|
Kenntnisnahme
|
|
|
|
May 7, 2026
| |||
|
●
Erledigt
|
|
Bau- und Liegenschaftsausschuss
|
Kenntnisnahme
|
|
|
|
May 12, 2026
| |||
|
●
Geplant
|
|
Bürgerschaft
|
Kenntnisnahme
|
|
|
|
May 13, 2026
|
Sachverhalt:
Rostock verfolgt bei der Entwicklung von Wohnbauflächen einen strategischen Ansatz. Das Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Mobilität prüft systematisch, welche Flächen sich langfristig für Wohnen oder auch Gewerbe bis hin zu größeren Stadterweiterungen eignen – gleichzeitig aber auch, welche Umwelt-, Verkehrs- und Klimafolgen damit verbunden wären.
Diese Prüfung erfolgt in einem fortlaufenden Prozess.
Die Verwaltung befindet sich mit der WIRO in einem turnusmäßigen Austausch, der u.a. den Stand von städtebaulich relevanten und laufender Planungen und Projekten sowie zukünftigen Entwicklungen beinhaltet.
Vor diesem Hintergrund ist ein gesonderter Prüfauftrag für einzelne Flächen nicht notwendig, da entsprechende Prüfungen von potenziellen (Wohn-)Bauflächen bereits stattfinden. Aktuell befinden sich die Flächen am Gänseblümchenweg in der prioritären Bearbeitung bzw. Prüfung als künftiges Wohnbaupotential.
Bezüglich der benannten Grundstücke handelt es sich um Flächen im Außenbereich, mit der erkennbaren Zielstellung, verstärkt Flächen für Einfamilienhausbebauung anzubieten.
Rostocks Stadtplanung sieht den Schwerpunkt allerdings bei Innenentwicklung und Nachverdichtung sowie einer stufenweisen Entwicklung, bevor neue große Außenbereichsflächen bebaut werden. Damit sind prioritär vorhandene Flächenpotenziale zu nutzen, die in der Regel durch ihre integrierte Lage einen deutlich geringeren Aufwand an verkehrlicher und medienseitiger Erschließung erfordern, damit kostengünstiger zu entwickeln sind, Klima- und Flächenschutz stärken sowie einen Mehrwert für die umgebenden Gebiete erzeugen können und gleichzeitig von städtischen Funktionen in der Umgebung profitieren.
Außerdem sind reine Einfamilienhausgebiete auf der „grünen Wiese“ keine zeitgemäße Antwort auf den dringend benötigten Wohnraum in Rostock.
Das Ziel besteht in der Entwicklung funktional gemischter, flächeneffizienter Quartiere, in denen auch eigenheimähnliche Strukturen entwickelt werden können, wobei es nicht um das freistehende Einfamilienhaus geht, sondern um Bebauungsstrukturen und Gebäudetypen, die ein hohes Maß an Privatsphäre und auch Flexibilität ermöglichen.
Der aktuell in der Aufstellung befindliche B-Plan „Nobelstraße“ steht als Beispiel für eine maßvolle bauliche Entwicklung, die als Ergänzung am bestehenden Siedlungsrand kleinere bis mittlere Bereiche mit gemischten Wohnformen definiert, statt eines komplett neuen „Stadtteils Biestow“ (Biestow-Ausbau und Kringelhof).
In diesem Zusammenhang ist auch auf das beschlossene Umwelt- und Freiraumkonzept (UFK) zu verweisen, das Flächen südlich und westlich von Biestow im Wesentlichen als Kaltluftentstehungsgebiet kennzeichnet, mit hoher klimatischer Bedeutung. Darüber hinaus sind diese Flächen mit einem extrem hohen Erschließungsaufwand verbunden.
Die Fläche südlich des Wohngebietes „Kassebohm“ (Gänseblümchenweg) hat ähnliche Potenziale für eine Siedlungserweiterung, wie das Plangebiet „Nobelstraße“ und befindet sich, wie bereits dargestellt, in einer diesbezüglich ersten Betrachtung/ Prüfung.
Die Fläche nordöstlich von Riekdahl (Hans-Morel-Straße) erstreckt sich in einen naturräumlich sehr sensiblen Bereich und wird deshalb bei einer ersten allgemeinen Betrachtung sehr kritisch eingeschätzt.
Das Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Mobilität wird gerne über den weiteren Fortgang der perspektivischen Flächenentwicklungen informieren, so wie das z.B. für den Bereich Osthafen/ Petridamm oder auch das Hamburger Tor erfolgt ist bzw. aktuell erfolgt.
