Stellungnahme - 2025/AM/0772-02 (SN)

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Sachverhalt:

 

Laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes waren zuletzt 2,1 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren armutsgefährdet.

 

Ich bitte um Beantwortung der folgenden Fragen:

 

  1.                     Wie viele Kinder und Jugendliche sind in Rostock von Armut betroffen bzw. armutsgefährdet? (bitte die Gesamtzahl angeben sowie nach Stadtteilen aufgeschlüsselt).

 

  1.                    Werden die Zahlen auch nach Sozialräumen aufgeschlüsselt erfasst? Wenn ja, bitte die Zahlen entsprechend angeben.

 

  1.                    Wenn nein: welche anderen Möglichkeiten hat die Stadt, um in Stadtteilen mit heterogener Sozialstruktur (zum Beispiel Plattenbauten vs. Einfamilienhäuser im gleichen Stadtteil) Schwerpunkte von Kinderarmut zu erfassen und statistisch abzubilden? (bitte ggf. vorhandene Daten angeben)

 

zu Frage 1 und 2 kann das Jugendamt als inhaltlich zuständige OE keine Angaben machen, da die Kommune diese Daten nicht erhebt.

 

zu Frage 3:

Grundsätzlich sind verlässliche Daten zur Kinderarmut nicht eindeutig zu erheben bzw. immer abhängig von der zugrunde gelegten Definition von Armut.

 

Dabei kann man unterscheiden zwischen absoluter, relativer und struktureller Armut.[1]

 

Absolute Armut, also ein lebensbedrohlicher Mangel an z.B. Nahrung, Kleidung und Wohnen liegt in Deutschland nahezu nicht vor.

 


Relative und vor allem auch strukturelle Armut dagegen jedoch in steigendem Maße und dies gerade auch in der Hanse- und Universitätsstadt Rostock (HRO) und betrifft in vielen Fällen auch Familien mit Kindern.

 

Relative Armut bezeichnet Haushalte, welche über weniger als 60% des Medianeinkommens verfügen. Strukturelle Armut ergibt sich oft als Folge aus der relativen Armut, indem es Betroffenen den Zugang zu gesellschaftlichen Strukturen und somit auch zur Teilhabe erschwert bzw. verhindert.[2]

 

Besonders gefährdet für die beiden beschriebenen Formen der Armut sind vor allem Alleinerziehende, kinderreiche Familien, Familien mit beeinträchtigten Kindern und Familien mit Fluchterfahrungen.[3]

 

Bezogen auf eine hoch segregierte Stadt wie die HRO zeigt sich somit ein relativ klares Bild, in welchen Stadtbereichen Kinder und Familien leben, die von Armut betroffen oder gefährdet sind. Dies betrifft vor allem die Großraumwohnsiedlungen, in welchen aufgrund des angespannten Wohnmarktes in der HRO vor allem Menschen leben oder hinziehen, welche sich aufgrund sozio-ökonomischer Herausforderungen keinen anderen Wohnraum leisten können.[4]

 

Die dargestellten Bevölkerungsgruppen können statistisch erhoben werden und zeigen demzufolge auch schon ein sehr differenziertes Bild bezüglich armutsgefährdeter Strukturen in den Stadtbereichen.

 

Ähnliche Aussagen ließen sich auch aus Erhebungen zur Einkommensarmut und -reichtum in den Stadtbereichen ableiten.

 


[2] vgl. Angebote für Kinder und Jugendliche armutssensibel planen und umsetzen, Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, Berlin, 2024

[3] vgl. Fischer, Jörg; Perspektiven integrierter Ansätze zur Armutsprävention in Kommunen, 2024

[4] vgl. Helbig, Marcel; Wie brüchig ist die soziale Architektur unserer Städte?, WZB, 2018

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Finanzielle Auswirkungen:

 

Bezug zum zuletzt beschlossenen Haushaltssicherungskonzept:

 

x

Die Vorlage hat keine Auswirkungen.

 

 

Die Vorlage hat folgende Auswirkungen:

 

 

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Klimarelevante Auswirkungen

X

Angabe entfällt (kein Vorhaben oberhalb von 100.000,- EUR)

(Zutreffendes bitte ankreuzen) 

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Steffen Bockhahn

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