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Wortprotokoll:

Als Gast zu diesem TOP begrüßt Frau Schröder Herrn Writschan vom  Amt für Kultur, Denkmalpflege und Museen.

Anhand einer PowerPoint-Präsentation gibt Herr Writschan einen kurzen geschichtlichen Einblick in das ehemalige Areal Deutsche Bahn / DMR.

Dabei erklärt er, dass der Schornstein auf dem ehemaligen DMR-Gelände, welcher jetzt zum Abriss freigegeben wurde, ursprünglich Teil einer kleinen Anlage aus dem Jahr 1952  war (Heizhaus + Schornstein) und dieses Grundstück inzwischen unter verschiedenen privaten Eigentümern aufgeteilt wurde.

Der Eigentümer des Grundstücks mit dem Schonstein war über die Jahre bemüht, den Schonstein zu erhalten und hat auch kleinere Reparaturen vorgenommen. Inzwischen ist dieser allerdings so marode (große Risse und Feuchtigkeitsschäden durch Frost), dass eine Komplettsanierung vorgenommen werden müsste.  Dies würde Kosten lt. Gutachter von ca. 350.000 EUR verursachen.

Herr Writschan erklärt, dass eine solche Summe weder von der Denkmalpflege aufgebracht wird, um „nur einen Schornstein“ zu erhalten, noch einem „kleinen“ Eigentümer diese Kosten zuzumuten sind (§6 Denkmalschutzgesetz). Deshalb wurde am 16. März eine Abrissgenehmigung erteilt, unter der Bedingung, dass der Schriftzug „DMR“ erhalten und gesichert wird.

 

Die OBR-Mitglieder können trotzdem nicht nachvollziehen, dass ein Industriedenkmal wie dieses nicht erhaltenswert für die Denkmalpflege ist und warum die Sanierungskosten so hoch sein sollen. Was ist uns Industriegeschichte wert? Auch ist bekannt, dass der Eigentümer weiterhin auf eine andere Lösung hofft, als abzureißen.

 

Herr Writschan ergänzt, dass die Denkmalpflege sich auf diesem Gelände auf den Erhalt der Hallen 3 und 4 als „Industriedenkmal“ konzentriert, da diese relativ gut erhaltenen Hallen von verschiedenen Firmen und Vereinen genutzt und somit auch gepflegt werden. Der Schornstein wäre nur ein Symbol.

 

Trotz verschiedener Ideen (Sponsoring, Landesfördermittel etc.)  und Nutzungsvorschläge  (z.B. Kletterturm  / Freizeit / Tourismus) von Seiten der OBR-Mitglieder, aber auch Einwohner, ist es schwierig, den Schornstein zu retten.  Herr Ibendorf, Einwohner und Sachverständiger im Ruhestand, bietet seine Unterstützung an und glaubt nicht, dass die Sanierungskosten so hoch sein müssen.

Herr Dr. Posselt ist realistisch, dass eine solch große Summe in Rostock nicht durch „Crowdfunding“ erbracht werden kann.

Frau Jahnel  merkt an, dass sich in einigen Jahren die “jungen Leute“ für diesen Teil der Geschichte nicht mehr interessieren.

 

Als Kompromiss können sich einige OBR-Mitglieder eine Stahlsilhouette mit dem Schriftzug „DMR“ und eine Infotafel an der Stelle vorstellen. Diese Idee teilt auch das Denkmalpflegeamt. Hier könnte ein Teilbetrag über das OBR-Budget realisiert werden.

Der OBR möchte den Schornstein und die Hoffnung auf Erhalt noch nicht ganz aufgeben und führt weitere Gespräche.

 

Frau Schröder bedankt sich für die Information und die sehr konstruktive Debatte im OBR.